Der Küchenmarathon

5 Minuten

 INNOVATION LAB, Blum

Vielleicht ist es uns nicht bewusst, aber in jedem von uns steckt ein Marathonläufer. Denn im Durchschnitt legen wir rund 2 Marathons pro Jahr zurück – und das allein in unserer Küche. Deshalb sollte immer dafür gesorgt sein, dass keine Hürden und Hindernisse das Erreichen unserer Ziellinie erschweren.

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Um unseren alljährlichen Küchenmarathon so effizient und ergonomisch wie möglich zu gestalten, hat Blum in der internen Bedürfnisforschung intensiv mit dem Prinzip der Fadenstudie gearbeitet. Sie ermöglicht es den Küchenmarathon Schritt für Schritt zu erläutern und dabei wichtige Verhaltensmuster und entscheidende Faktoren zu erkennen. Erfahre nun alles darüber, wie die über 90 Kilometer im Jahr zu Stande kommen und was du bei der Küchenplanung beachten solltest, um daraus einen Spaziergang zu machen.

Unsere clevere Methode, um Laufwege zu bestimmen

Ein roter Faden, dem es sich zu folgen lohnt: Mit der "Fadenstudie” nutzt Blum einen bewährten Weg, tägliche Küchenabläufe exakt darzustellen. Dafür wurde einem virtuellen Probanden ein Faden ans Bein gebunden, der die Wege und Aktivitäten in der Küche nachvollziehbar macht. In einer L-Küche wurden sieben unterschiedliche Tagesabläufe gemessen. Hierfür wurden optimale Bedingungen geschaffen – also ohne das Vergessen von Dingen oder den Einfluss von anderen Personen in der Küche. Im Durchschnitt legte der Proband täglich 264 m zurück – das entspricht hochgerechnet einer jährlichen Gesamtstrecke von über 96 km! Ein Marathon hat im Vergleich dazu 42,195 Kilometer. Dabei öffnen wir den Mülleimer bis zu 50- und unsere Schränke bis zu 80-mal am Tag. Deshalb haben wir nützliche Tipps und Tricks zusammengetragen, um die Küche so effizient wie möglich einzurichten und unnötige Strecken zu vermeiden.

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Die Summe der vielen kleinen Wegstrecken in der Küche, ergibt im Alltag einen weiten Weg.

Küchenplanung: Der effizienteste Aufbau für deine Küche

Schon im 18. Jahrhundert beschäftigte man sich nachweislich mit der individuellen Küchenplanung und deren Optimierung. Das sogenannte „Arbeitsdreieck“ beispielsweise, wurde bereits in den 1940er Jahren entwickelt und stellt bis heute das Fundament jeder Küchenplanung dar. Im Laufe der Zeit sind viele unterschiedliche Küchenformen und -layouts entstanden, die alle ihre Vor- und Nachteile mit sich bringen. Bei der Entscheidung für die Küchengestaltung spielen neben dem Laufweg aber auch andere Faktoren eine wichtige Rolle.

  • Effiziente Energienutzung

  • Bestmögliche Lagerung der Lebensmittel

  • Ergonomische Nutzung des Stau- und Arbeitsraums

  • Zusätzliche Nutzungsanforderung des Küchenraums

  • Kochgewohnheiten und Einkaufsverhalten

Um eine ergonomische Küche zu planen, gibt es einige große und viele kleine Details, auf die du achten kannst.

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Ist alles dort untergebracht, wo es gebraucht wird, sind die Wege kurz und effizient.

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Kochgewohnheiten berücksichtigen

Es gibt unterschiedliche Arten seine Küche zu nutzen. Wird hauptsächlich allein gekocht oder arbeiten meist mehrere Personen zeitgleich? Liebst du es zu backen oder ist der Lieferservice dein bester Freund? Wie die Küche im Alltag genutzt wird, ist entscheidend für die Küchenplanung und letztendlich auch was sie leisten muss.

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Kochgewohnheiten berücksichtigen

Es gibt unterschiedliche Arten seine Küche zu nutzen. Wird hauptsächlich allein gekocht oder arbeiten meist mehrere Personen zeitgleich? Liebst du es zu backen oder ist der Lieferservice dein bester Freund? Wie die Küche im Alltag genutzt wird, ist entscheidend für die Küchenplanung und letztendlich auch was sie leisten muss.

Frisch oder auf Vorrat

Beobachte dein Einkaufsverhalten. Kaufst du auf Vorrat und benötigst ein Lager oder gibt es die Möglichkeit, nahezu täglich frische Lebensmittel zu besorgen? Wie du einkaufst, hat Einfluss auf die Küchengestaltung und die benötigte Menge an zentralem Stauraum, sprich die Anzahl der Schränke.

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Zusammenbringen, was zusammengehört

Messer nahe beim Schneidbrett, Geschirr nahe beim Geschirrspüler. Spiele typische Tätigkeiten, wie beispielsweise ein Frühstück zubereiten, gedanklich durch und richte deine Küche dementsprechend ein. Wo ist die Arbeitsfläche? Wo ist der Herd? Verstaut werden soll alles dort, wo es während der Nutzung gebraucht wird. Das spart Zeit und Wege.

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Ausreichend Arbeitsfläche einplanen

Der bevorzugte Platz für die Zubereitung von Speisen liegt zwischen Spüle und Kochfeld. Damit es hier nicht zu Engpässen kommt, sollten dazwischen mindestens 80 cm Arbeitsfläche eingeplant werden.

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Ergonomie dank optimaler Arbeitshöhe

Die richtige Arbeitshöhe ist entscheidend für ergonomisches Arbeiten, denn sonst sind Rückenschmerzen vorprogrammiert. Die Hauptnutzerin oder der Hauptnutzer der Küche sollte bequem und ohne Einschränkung arbeiten können. Messe einfach die Höhe vom Boden bis unter den abgewinkelten Ellenbogen – die Höhe der Arbeitsplatte sollte 10-15cm weniger betragen − Schuhe ausziehen nicht vergessen.

Arbeitshoehe

Schranklösungen für die Zukunft

Küchen werden bis zu 20 Jahren genutzt. Wer durchdachte Schränke wählt kann sicher sein, dass die Küchenarbeit auch bei veränderten Lebensumständen immer einfach und bequem ist.

  • Unterschränke mit Schubladen und Inneneinteilungen vorsehen

  • Hochschränke mit einzelnen Auszügen für die Haltung von Vorräten wählen

  • Oberschränke mit Klappen einplanen, dadurch ist Kopffreiheit gegeben

  • Eckschränke mit Schubladen wählen oder „Tote Ecke“ planen

Die passende Küchenform

In erster Linie hängt das, neben dem persönlichen Wunsch, davon ab was der Raum vorgibt. Vorinstallierte Anschlüsse, Raumgröße, Türen und Fenster sind oft maßgebend für die Einteilung der Küche. Die gute Nachricht ist: jedes Küchenlayout kann für den persönlichen Bedarf optimiert werden. Für einen Vergleich der unterschiedlichen Küchenformen haben wir diese mit den gleichen Schränken ausgestattet und miteinander verglichen.

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Die Küche in U-Form ist das effizienteste Layout, da mit wenigen Schritten alles erreicht werden kann.

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Eine Küche mit Kochinsel lässt sich sehr gut in einen offenen Wohnraum integrieren. Im Vergleich mit der U-Form beträgt der Unterschied der notwendigen Wege zwischen 2% (Spüle auf der Insel) und 8 % (Spüle im hinteren Bereich).

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Die Küche in G-Form eignet sich besonders für großzügige Räume. Sie ist mit nur 6 % mehr Laufweg auch sehr effizient.

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Bei einer zweizeiligen Küche werden etwa 11 % mehr Strecke zurückgelegt. Sie wird meist verwendet, wenn nur 2 gegenüberliegende Stellwände verfügbar sind.

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Die L-Küche ist die meistverbreitete Küchenvariante, da sie sich in fast jedem Raum realisieren lässt. Trotzdem bleibt sie mit etwa 23 % mehr Laufweg deutlich ineffizienter als die „U“-Form.

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Die einzeilige Küche ist eine günstige und platzsparende Alternative zur Küche mit zwei Zeilen und besonders für kleine Haushalte geeignet. Wie bei der „2 Zeilen“ Küche befinden sich die Küchengeräte nebeneinander entlang der Zeile, was für häufiges Hin- und Herlaufen und durchschnittlich 40 % mehr Schritte sorgt. Das erhöht den jährlichen Laufweg in der Küche auf über 3 Marathons.

Wenn du bei deiner Küchenplanung Schritt für Schritt die Möbel auf Funktionalität und Praktikabilität prüfst, wirst du auf lange Sicht viele Laufwege einsparen können. Sprich am besten mit deinem/r Küchenplaner/in. Gib ihm/ihr so viele Informationen wie möglich zu deinen Koch- und Einkaufsgewohnheiten, deinen Vorlieben und sonstigen Wünschen. Dann wird der sagenumwobene Küchenmarathon für dich ganz bestimmt nur ein Märchen bleiben.

7 Tipps, um deinen Marathon zu einem Spaziergang zu machen

Verabschiede Dich von Hürden und Hindernissen beim täglichen Küchenlauf.

  • Schutz vor tiefem Fall. Die Kombination aus seitlich geschlossenen Schubladen und hohen Rückwänden verhindern, dass Gegenstände hinten in den Schrank fallen.

  • Ergonomie steckt in jedem hilfreichen Detail. Mechanische oder elektrische Öffnungsmechanismen sind ideal, wenn man mal die Hände voll hat.

  • Weite Öffnung für besseren Zugriff. Schubladen mit Vollauszug garantieren bestmöglichen Zugriff auf den gesamten Inhalt.

  • Immer flexibel bleiben. Je besser die Inneneinteilung, desto praktischer lässt sich die Küche organisieren. Flexible Inneneinteilungen bringen Ordnung in jede Schublade.

  • Alles im Auge, alles im Griff. Lagere Gegenstände, die oft benutzt werden, leicht erreichbar in Augen- und Griffhöhe.

  • Je schwerer, desto tiefer. Schwere und sperrige Gegenstände bekommen Ihren Platz in den unteren Ebenen des Schranks.

  • Je seltener, desto höher. Dinge, die du nur selten benutzt, verstaust du am besten ganz oben. So bleibt mehr Platz in der ergonomisch wertvollen Griffhöhe

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